Verband Bernischer Bienenzüchtervereine

Medienmitteilung

Wirksame Bienenhilfe

Wer den Bienen etwas Gutes tun will, stellt nicht einfach ein Bienenvolk auf seinen Balkon. Die Haltung der für rund die Hälfte der Bestäubung verantwortlichen Honigbienen ist anspruchsvoll. Umso wichtiger ist eine umfangreiche Grundausbildung durch erfahrene Spezialisten zu Beginn der Imkertätigkeit. Insbesondere in Grossstädten wie der Stadt Bern herrscht bereits eine sehr hohe Bienendichte. Diese birgt das Risiko von vermehrten Krankheiten. Eine wirkungsvolle Hilfe ist das Anpflanzen von Trachtpflanzen, welche den Bienen helfen, die futterarme Zeit zu überbrücken. Für Wildbienen sind auch Nistplätze hilfreich. 

 

Die wichtigste Funktion der Bienen ist die Bestäubung

Honigbienen erfüllen eine wichtige Rolle in Natur und Landwirtschaft. Sie erledigen ungefähr die Hälfte aller Bestäubungsaufgaben. Wildbestäuber, vor allem aus den Familien der Solitärbienen und Hummeln, besorgen die andere Hälfte. Oft sind diese auf besondere Pflanzenarten spezialisiert. Eine gleichzeitige Bestäubung durch Honig- und Wildbienen bringt die besten Ergebnisse.

 

Leichte Zunahme bei den Honigbienen, viele Solitärbienen- und Hummelarten vom Aussterben bedroht

Von den 550 ursprünglich in der Schweiz lebenden Solitärbienenarten sind 45% ausgestorben oder gefährdet. 11 der 46 Hummelarten stehen auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Dagegen sind die Honigbienen-Völkerzahlen im Kanton Bern stabil bis leicht steigend.

Der schweizerische Bienengesundheitsdienst hat wertvolle Empfehlungen zu Bienenhaltung, zur Gesunderhaltung der Honigbienen und Bekämpfung der Varroamilben ausgearbeitet. In Imkergrundkursen und an Beratungsanlässen vermitteln ausgebildete, qualifizierte Berater der lokalen Imkervereine den Imkerinnen und Imkern aktuelle Bienenhaltungstechniken, darunter auch den Inhalt dieser Merkblätter.

 

Imkerei - eine Freizeitbeschäftigung, die fordert

Das Halten von Bienen ist sehr anspruchsvoll. Nur wer über genügend Zeit, eine gute Beobachtungsgabe und eine fundierte Grundausbildung verfügt, soll Bienen halten. Ein Grundausbildungskurs nach dem System von BienenSCHWEIZ dauert zwei Jahre. An 18 Halbtagen zu je 4 Lektionen wird Grundwissen vermittelt, das den Teilneh­men­den ermöglicht, selbständig Bienen zu halten. Auf dem Internetportal der Imkerbranche www.bienen.ch sind unter Bildung&Wissen, Imkerkurse, alle offiziellen Grundkurse aufgeführt.

Unseriöse Anbieter versuchen das Rüstzeug zur Bienenhaltung im Rahmen von deutlich kürzeren Schulungen zu vermitteln – ein Ding der Unmöglichkeit. Eine mangelhafte Ausbildung führt zu mehr vernachlässig­ten Völkern und in der Folge oft zu Krankheiten, die sich rasch zu Seuchenherden entwickeln können. Es besteht die Gefahr, dass Personen, die den Bienen ursprünglich etwas Gutes tun wollten, diese gefährden.

 

Stadtimkerei

Imkern in der Stadt ist populär. Heute fliegen auf den knapp 52 km2 der Gemeinde Bern über 600 Bienenvölker. Die Bienendichte hat die Marke von 12 Völkern/km2 überstiegen. Zum Vergleich: der Mittelwert in der Schweiz liegt bei 4.3 Völker/km2.

Viel Fläche der Gemeinde Bern besteht aus Strassen, Häusern und versiegelten Plätzen. Dass die bewachsenen Gebiete oft ein Bienenparadies sind, ist nicht abzustreiten. Trotzdem entsteht so mehr Konkurrenz auf den Futterpflanzen und eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Krankheiten entstehen und übertragen werden. Es hat in der Stadt Bern also mehr als genug Bienen.

 

Vielfältige Möglichkeiten der Bienenförderung

Sollen Bienen gedeihen, brauchen sie genügend Futter. In vielen Regionen gibt es eine Versorgungslücke (vor allem Mitte Mai bis Mitte Juni). Wer Grundstücke pflegt, kann den Nahrungsstress für Honigbienen, Hummeln und Solitärbienen verringern. Achten Sie auf Pflanzen, die Bienennahrung liefern. Eine Liste mit guten Trachtpflanzen befindet sich unter www.inforama.vol.be.ch unter Beratung / Beratungs­themen / Tiere / Bienen. Insbesondere Solitärbienen und Hummeln leiden auch stark an fehlenden, geeigneten Nistgelegenheiten. Ideen zur Gestaltung von Nistplätzen für Wildbienen sind aufgeführt unter www.wildbee.ch.

 

Auskünfte durch:

Willy Rolli, Präsident VBBV (Verband Bernischer Bienenzüchtervereine)

Tel. 076 304 39 66

E-Mail willy.rolli@remove-this.gmx.ch